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Patrizier
| Wurzeln in Hessen | Pfalz
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Wappen
Wurzeln in Hessen
Mittelalter Die Wetterauer
Hartart und Hartert Die
Linien im Taunus I: Die Hartart in Eschbach und Wernborn Die
Linien im Taunus II: Die Hartert und Hardert aus Griedelbach Heinrich
Karl Hardert: Der „Baron“
Die
Hardertsmühle
Die
Hartert in Nassau Der
Ornithologe Ernst Hartert
Mittelalter
Die Familien, die
heute unter den Namen Hartard, Hardardt, Hardart oder Hartart in
Deutschland und in den Vereinigten Staaten leben, lassen sich sämtlich
auf einen gemeinsamen Stamm zurückführen, der bereits im Spätmittelalter
im südlichen Hessen faßbar wird. Hier, in der Wetterau, dem von
Taunus, Spessart, Vogelsberg und Main begrenzten Landstrich,
erscheint unser Name erstmals im Jahr 1334 mit Peter
Hartrad, der in der Reichsstadt Friedberg ein Haus an der Burg
besitzt. Angehörige anderer Familienzweige ziehen früh von
verschiedenen wetterauischen Städten nach Süden, in die reiche
Messe- und Handelsmetropole Frankfurt: hierher gehören Contze
(Konrad) Hartrad aus Grünberg, der 1361 und 1369 in Frankfurt genannt
wird, und Peter Hartrad
aus Heddernheim (?), dem wir 1367, 1373 und – sofern es sich um
dieselbe Person handelt – 1416 begegnen, vielleicht
auch „Tyle Hardrats
son von Frydeberg“, der 1395, nachdem er eine Frankfurter Bürgertochter
geheiratet hat, das dortige Bürgerrecht erwirbt.
Ein Clas (Nikolaus) Hartrad, Sohn des Konrad
Hartrad aus Altenstadt, schwört 1414 den Frankfurter Bürgereid;
wohl derselbe Clas Hartrad kommt 1427 und
1432 in Hochstadt bzw. Groschlag vor, zwei einander
benachbarten Orten nahe Frankfurt. Heinz
Hartrad scheint sein Sohn gewesen zu sein, da er Clas’ Güter
in Hochstadt erbt; man wird ihn mit jenem Heinrich Hartrad
identifizieren können, der 1447 und 1452 als hanauischer Schultheiß
zu Groschlag urkundet. Diel
Hartrad, der 1404 als Heimbürge (Bürgermeister) zu Hochstadt
auftritt, sowie Herte Hartrad,
der 1432 ebendort genannt wird (und möglicherweise mit einem 1373
in Frankfurt erwähnten Herte Hartrad personengleich ist), sind
vermutlich als Brüder des Clas anzusprechen. Eine weitere
mittelalterliche Linie der Familie findet sich in Büdesheim, nicht
weit von Altenstadt, mit Johann
(Henne) Hartrad, der 1413 in einer Frankfurter Urkunde erscheint
und vielleicht mit einem 1370 in Frankfurt erwähnten [N.N.] Hartrad
aus Büdesheim identisch ist, sowie mit Fritz
Hartrad (Hartrud), der 1468 als wohl schon weit über 60jähriger
mit seiner Frau Grete und deren Geschwistern Bechte Becker, Andreas,
Wigel und Else in Büdesheim genannt wird.
Die Wetterauer Hartart und Hartert
Am
Übergang zur Neuzeit verbreitet sich die Familie über die ganze
Wetterau, in die Städte Friedberg, Wölfersheim, Butzbach und Münzenberg
vor allem, aber auch in kleinere Ortschaften wie Petterweil bei
Frankfurt oder verschiedene Dörfer des Taunus. Die Übernahme
von Schultheißenämtern und anderen obrigkeitlichen Funktionen, der
Wegzug zum Studium oder aus wirtschaftlichen Gründen werden von
Fall zu Fall zu dieser Verästelung beigetragen haben.
Wölfersheim
So
mag der Wölfersheimer Schultheiß
Hartrad, dessen Vornamen wir nicht kennen, ursprünglich aus dem
nahen Friedberg stammen und später in die Dienste der Grafen von
Solms getreten sein. 1499 wird er aktenkundig, als Philipp von Solms
sich brieflich bei seinem Vetter Otto von Solms über Gewalttätigkeiten
des Hartrad beschwert: dieser habe in einem Waldstück bei Wohnbach
unerlaubt Holz schlagen lassen und dabei die Untertanen Philipps mit
gespannter Armbrust bedroht. Otto verspricht, derartiges für die
Zukunft abzustellen, doch noch im Jahr 1502 wird der Vorfall in
einer Klageschrift des Grafen Philipp erwähnt. Ein Gernandus Hartert(t) aus Wölfersheim, der sich im Sommer 1508 an
der Universität Leipzig immatrikulierte, wird wohl der Sohn des
streitbaren Schultheißen gewesen sein.
Münzenberg
(Friedberg / Frankfurt)
In
Münzenberg, etwa 15 Kilometer nördlich von Friedberg, begegnet
1542 der Altarist (Kaplan) Bernhard
Hartart (Harttort), als er gemeinsam mit dem Münzenberger
Pfarrer und drei weiteren Altaristen dem Grafen Philipp von Solms
seinen Anteil am Zehnten zu Wohnbach verkauft. Aus Münzenberg gebürtig
ist auch Wenzel (Werner)
Hartart, dessen Nachkommen unter dem Namen Hartert (Hartterdt, Hardtert, Hardert) erscheinen (vgl. Geßner).
Wenzels noch in Münzenberg getaufter Sohn Johann,
ein Schneider, wird später Bürger zu Friedberg, wo er sich 1596
mit Margaretha Marckel und 1613 in zweiter Ehe mit Maria Heller
verheiratet. Er stirbt vor 1644 und hinterläßt einen 1618 in
Friedberg geborenen Sohn Johann Philipp. Dieser, ebenfalls Schneider und Posamentenmacher,
wird 1643 Bürger zu Frankfurt (vgl. Bürgerbuch) und verheiratet
sich dort im darauffolgenden Jahr mit Anna Germain. Sein Grab findet
er 1682 in Sachsenhausen. Ihm können ein Sohn sicher, zwei Söhne
aufgrund ihres Alters und Berufs sehr wahrscheinlich zugeordnet
werden:
- Sicher der Schnürmacher Johann
Adolph Hartert, der 1656 in Frankfurt geboren wird und dort 1687
stirbt; aus seiner 1679 geschlossenen Ehe mit Anna Margaretha Leinig
geht eine Tochter, Maria
Katharina, hervor (*1685, †1745), die sich 1711 mit dem
Posamentierer Jakob Ströhlein verheiratete und im Jahr 1729
zusammen mit ihrem Mann ein Haus in der Frankfurter Borngasse kaufte
(Institut für Stadtgeschichte Frankfurt, Hausurkunden 1.362; noch
heute besteht in Frankfurt das Modehaus Ströhlein, das der
Frankfurter Bürger und Handelsmann Johann Christian Ströhlein im
Jahre 1839 als Spezialgeschäft für Damenstrickwaren und
Herrenmoden gründete).
Ein Posamentierer Christoph Hardart, „filius civis“, wird
1680 Frankfurter Bürger (vgl. Bürgerbuch); er ist wohl identisch mit
einem 1718 genannten Posamentierer Johann Christoph Hartert
(Institut für Stadtgeschichte Frankfurt, Criminalia: Akten 2.955).
Ein Posamentierer Johann Balthasar Hartert, „filius civis“,
wird 1682 Frankfurter Bürger und ist mit einer Frau aus Straßburg
verheiratet (vgl. Bürgerbuch).
Butzbach
Mit
den Münzenberger Hartart / Hartert eng verwandt dürften aufgrund
der Wappengleichheit die Hartart
in Butzbach sein. Guntram
Hartart, zwischen 1560 und 1574 in den Stadtrechnungen als
Schmied und Uhrsteller bezeugt, war Ratsherr und 1567 Bürgermeister
zu Butzbach. Er starb, wie zwei seiner Kinder, 1574 an der Pest, und
wurde von seiner Witwe Eva sowie der Tochter Kunigunde
(*1564, †1616, verh. 1582 mit Henrich Geutz) überlebt. Ein Heinrich Hartart (Hartter) ist 1560 und 1561 in den Butzbacher
Stadtrechnungen genannt.
Petterweil
(Okarben / Kloppenheim / Frankfurt)
Als
ein weiterer Abzweig der Münzenberger / Friedberger Linie kommen
ferner die Hartert aus
Petterweil in Betracht (vgl. Herzfeldt); der Ort liegt wenig nördlich
von Frankfurt an der von Friedberg herkommenden Straße. Kaspar
Hartert (Harttardt, Harttert) ist 1607 Bürgermeister zu
Petterweil (Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Urkunden der
Grafschaft Solms-Rödelheim HStAD Best. B 9 Nr. 2474) und wird dort
1594 (im Register der Türkensteuer, vgl. Steitz) und 1633 genannt (Kirchbau-Rechnung zu Petterweil vom Jahr 1633, Archiv der Stadt
Karben, Abt. Petterweil).
Wohl Kaspars Sohn ist Wendel Hartert (Harttert,
Hartrad, Harthart, *Petterweil um 1595, †Okarben 1656/58), der
1624 mit seiner Ehefrau Katharina (†Okarben 1671) in Petterweil
erwähnt wird (Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Urkunden der
Deutschordenskastnerei Kloppenheim und des Deutschhauses
Sachsenhausen, HStAD Best. B 7 Nr. 172). Er ist bis etwa 1643
Hofmann in Kloppenheim, wo er im selben Jahr als Schultheiß des
Deutschen Ordens genannt wird (Hessisches Staatsarchiv Darmstadt,
Deutschordenskastnerei Kloppenheim, HStAD Best. F 12 Nr. 6/1). In
den Jahren 16481, 1651, 1652, 1654 ist er zu Okarben als „kayß[erlicher]
Burgk Friedtberg Greven“ (Untergrefe bzw. Grefe, d.h. Amtmann, der
Burg Friedberg) genannt, 1656 als „jetziger Hofmann“ (Hessisches
Staatsarchiv Darmstadt, Urkunden der Grafschaft Solms-Rödelheim,
HStAD Best. B 9 Nr. 1871, außerdem Knodt, Rhein-Mainisches
Wappenbuch, und Barnas, dort auch das Siegel Wendels, sowie
Mitteilung von Rita Grimm, Bad Vilbel, auf Grundlage der Kirchenbücher
von Okarben). Wendels Kinder sind:
- Johannes Hartert (*Okarben um 1629, †Frankfurt 1686, gen.
1645 Johann Harttert, Johann Harttart, 1651 Johannes Hardert, Johann
Hartert). Er heiratet 1651 in Frankfurt die
„Jungfraw“ Anna-Helena Fischer (ca. 1625-1673); im Bürgerbuch
der Stadt Frankfurt erscheint er 1651 als „Johann Hartert aus
Kloppenheim“, Krämer, der am 22. April dieses Jahres den Bürgereid
schwört und sein Bürgergeld bezahlt. Später wird er in Frankfurt
als „Gewand-Crämer (Duchhändtler) aus Ocarben“ genannt, 1678
als „Haußmeister im Leinwandthauß“ und Bürger. Mit seiner
Frau hat er zwei Töchter:
(1) Anna Maria (*um 1651) und (2)
Magdalena
Elisabetha (1655-1733), 1678 in Frankfurt verh. mit dem Güldenlederbereiter
und Kissenmacher Johann David Hess (Informationen von Wolbert G.C.
Smidt, Hamburg, April 2009, auf Grundlage der Kirchenbücher
Frankfurt im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte).
Anna Katharina, geb. Hartert, Gattin des Hofmeisters zu Rödelheim,
J. Heinrich Mohr, die 1679 ihre ererbte Mühle auf der Nidda zu
Okarben mit allen Rechten und Pflichten an den Mainzer Erzbischof
Karl Heinrich von Metternich und seinen Bruder Philipp abtritt
(Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Mittelrheinische
Reichsritterschaft, HStAD Best. F 1 Nr. 83/6).
Frankfurter
Hartert
Die
Zuordnung der zahlreichen sonstigen Hartert, die im 17. Jahrhundert in
Frankfurt am Main auftauchen, zu den verschiedenen Linien ist nicht ganz einfach. So mag ein Anton Harttert, der
1627 als Schreinergeselle aus Obereschbach (?) nach Frankfurt kommt
und dort nach seiner Heirat mit Margarethe (…) Bürger wird,
ebensogut aus dem Friedberger wie dem Petterweiler Ast oder sogar
aus einem der Zweige im Taunus (s.u.) stammen. Er wird 1637 als
Schreiner in Frankfurt erwähnt, ein Johann Harter, „filius
civis“, Schreiner, 1670 Frankfurter Bürger (vgl. Bürgerbuch),
ist vielleicht sein Sohn.
Der
1688 genannte Frankfurter Bierbrauer Johann
Christoph Hardert (Hessisches Staatsarchiv Darmstadt,
Siegelnachweise (R 21 G), Signatur: A 3 Nr. 282/48) ist wohl
identisch mit dem 1681 in Frankfurt verheirateten Bierbrauer
desselben Namens (vgl. Bürgerbuch), wohl aber nicht mit dem
gleichnamigen Posamentierer (s.o.); ein 1682 an der Universität Jena
immatrikulierter und 1688 wieder in Frankfurt genannter Samuel Hardert (Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Siegelnachweise
(R 21 G), Signatur: A 3 Nr. 282/48) könnte sein Bruder gewesen
sein. Ihrem Alter nach ließen sich beide sowohl als Söhne des
Schreiners Johann Harter aus der Obereschbacher Linie wie als Söhne
des Krämers Johann Hartert aus der Petterweiler / Kloppenheimer
Linie einordnen; das eine ist freilich so spekulativ wie das andere.

Die
Linien im Taunus I: Die Hartart in Eschbach und Wernborn
Eschbach
Ein
weiterer Zweig der Familie kam im 16. Jahrhundert nach Eschbach im
Taunus (heute zu Usingen), nicht weit westlich von Friedberg.
Ursache für die Umsiedlung war vielleicht auch hier wieder die
Besetzung eines Beamtenpostens: denn der erste in Eschbach faßbare
Familienangehörige, Johann Harterd, ist dort gräflich nassauischer Schultheiß, als sein Sohn
Hartmann Hartart 1541 ein Studium in Marburg aufnimmt und als
„Hartmannus Hartardus Eschbachen(sis)“ in die dortige Matrikel
eingetragen wird.
Hartmann tritt später als gräflicher Rat in die Dienste des Hauses
Wied und ist um die Mitte des 16. Jahrhunderts viele Jahre lang
dessen Gesandter auf dem Wetterauer Grafentag. Ein Wigand
Hartard, seit 1592 Schüler am Paedagogium zu Marburg und
vielleicht später auch Student an der dortigen Universität,
könnte ebenfalls hierher oder zu den nassauischen Hartart (Hartert,
s.u.) gehören; in der Marburger
Matrikel erscheint er allerdings als „Wigandus Hartardus
Obderdeensis“ - gemeint sein dürfte der Ort Oberdens bei
Eschwege. Vielleicht besteht also auch ein Zusammenhang mit den
Hartrad um Eschwege (mehr)
oder Alsfeld (mehr),
von denen freilich seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts
keine Nachrichten mehr vorliegen.
Wernborn
In
Wernborn, dem Nachbarort Eschbachs, sind die hessischen Hartart
bis heute zuhause. Im Unterschied zu den übrigen Taunuslinien der
Familie gehören sie dem katholischen Bekenntnis an, seit Kurmainz
hier ab 1581 gegenreformatorisch tätig wurde. Die Herrschaft
Kransberg (die auch Wernborn und Pfaffenwiesbach umfaßte) war
seitdem eine katholische Enklave inmitten überwiegend evangelischer
Territorien. Aus
Wernborn stammt Johannes Anton Hartart (1692-1764, verh. mit
Anna Elisabeth …), dessen Söhne die Familie fortsetzen (Daten
nach der von Thomas Halter zusammengestellten Stammliste):
- Matthias
Hartart (*um 1729, verh. mit Anna Margaretha Ludwig) mit den
Söhnen
(1)
Nikolaus (1767-1832, verh. mit Anna Maria Wirth) und (2) Konrad
(1772-1835); aus Konrads Ehe mit Anna Maria Bodenröder gingen die Söhne
(a) Anton (1800-1870, verh. mit Elisabeth Engelländer, mit
den Kindern (I) Franz, 1841-1869, und (II) Maria Anna, *1845,
verh. mit Anton Johann Maibach), (b) Augustin (*1805, verh.
mit Catharina Becker) und (c) Heinrich (1810-1888, verh. mit
Anna Maria Catharina Maibach, mit sieben Töchtern und dem Sohn Christoph,
*1844) hervor;
Johannes
Hartart (1733-1785, verh. 1. mit Eva Catharina Heid, 2. mit
Angela Maria Müller), dessen drei Söhne alle im Kindesalter
starben.
Die
Gründer zweier weiterer Wernborner Linien sind vermutlich ebenfalls Söhne Johannes Antons; es sind dies:
Nikolaus
Hartart (1721-1788, verh. mit Maria Catharina Dinges), der
1759 Trauzeuge bei der Heirat des Johannes Hartart und der Eva
Catharina Heid. Von ihm aus läuft der Zweig über drei Söhne
weiter:
(1) Anton (1746-1816,
verh. mit Angela Maria Lotz), mit den Söhnen (a) Kasimir (1778-1840,
verh. mit Katharina Schreiber, drei Töchter) und (b) Anton (1791-1853, verh.
mit Juliana Dillmann);
(2) Kaspar I.
(1758-1818, verh. mit Maria Anna Wenz), dessen Sohn Kaspar
II. (1790-1862, verh. mit Elisabeth Bernard) die Söhne (I) Johann
Joseph (*1823, verh. mit Elisabeth Paridon) und (II) Johann
Friederich (*1829, verh. mit Elisabeth Friedrich, mit den Söhnen
(A) Peter Joseph, *1857, (B) Johannes, *1862, (C) Balthasar,
1865-1950, und (D) Johann Heinrich, *1868) hinterließ; schließlich
(3) Philipp (1764-1814, verh. mit Anna Margaretha Brendel),
dessen Sohn Johann Philipp (1799-1858) aus seiner Ehe mit
Maria Anna Diehl die Söhne (I) Johann Joseph Wilhelm (*1838) und
(II) Anton Heinrich (*1829, verh. mit Angela Maria
Schmitt, mit Sohn Nikolaus Christoph, *1864) hatte.
Ludwig
Hartart (1725-1790, verh. mit Maria Christina Wirth), dessen
Sohn
(1) Johannes (1765-1828, verh. mit Anna Maria Dinges) die
Linie fortsetzte: mit einem Sohn Nikolaus (1790-1866, verh.
1. mit Elisabeth Christina Müller, 2. mit Eva Sattler) sowie den
Enkeln (I) Christian (1813-1851, verh. mit Maria Katharina
Maibach, mit dem Sohn Johann Philipp Georg, *1840, verh. mit
Philippine Lauth, sowie dessen Sohn Georg Jakob, *1873) und (II) Johann
Georg (*1829, verh. mit Anna Maria Sommer, mit dem Sohn Jakob,
*1872, verh. mit Maria Katharina Carolina Heid).
Einen
eigenen Zweig der Wernborner Hartart bilden die Hartard und
Hardardt in der Pfalz, die mit Nikolaus Hartard (*um 1660) und
seinen Söhnen Ludwig, Johannes und Johannes Georg beginnen (mehr).
Nicht
klar zuzuordnen sind Petrus Hartart, dessen Tochter
Margarethe (aus einer Ehe mit Agnes [de Kempenich]) im Jahr 1635 in
Sankt Laurentius zu Trier getauft wird; Franz Reinhard Hartard,
der 1675 als „ausländer“ das Kasseler Bürgerrecht erwirbt; Matthias
und Catharina Hartart, die ihre Tochter Maria Catharina
1691 in Boppard/Oberwesel taufen lassen; Sylvester und
Anna Margaretha Hartart, deren Tochter Maria Eva 1710 in Sankt
Emmeram zu Mainz die Taufe erhält; Margaretha Hardart, die
sich 1705 in derselben Kirche mit Gotthard Fabricius verheiratet;
sowie Friedrich Hartard (*um 1720 in Lorch am Rhein), dessen
Sohn Simon 1779 in Ulmen (Eifel) Anna Margaretha Klutsch
ehelicht.
Eine
Stammliste der Wernborner Hartart im 17., 18. und 19. Jahrhundert
hat Thomas Halter zusammengestellt; die folgenden Links verweisen
auf die entsprechenden Seiten bei rootsweb.com:
Namensliste Nachkommen
Johannes Anton Hartart (1692-1764) Nachkommen
Nikolaus Hartart (1721-1788) Nachkommen
Ludwig Hartart (1725-1790)

Die
Linien im Taunus II: Die Hartert und Hardert aus Griedelbach
Wohl als ein
Seitenzweig der Eschbacher Hartart anzusehen ist eine evangelische
Familie Hartert (Hardert), die seit dem 16. Jahrhundert in
dem kleinen Taunusort Griedelbach (zwischen Wetzlar und Usingen,
wenige Kilometer westlich von Butzbach) nachweisbar ist und zu deren
Nachkommen die noch blühenden Hartert in Wetzlar ebenso gehören
dürften wie die Papiermacherfamilie Hardert aus Brandoberndorf.
Griedelbach
Zuerst kommt in Griedelbach ein Bernhard
Hartert vor, der ausweislich der Lebensdaten seines ältesten
Sohnes um das Jahr 1540/50 geboren sein muß. Als Kinder sicher
zuzuweisen sind ihm
- Anna (gen. 1595),
- Maria (gen.
seit 1606) und
- Wilhelm (gen.
seit 1614), möglicherweise auch
- Nikolaus
(gen. als Taufpate 1595) und
- Christian
(mit einem Sohn Johannes,
*1605).
Ein weiterer Sohn Bernhards,
Johannes (gen. als Taufpate seit 1594), ist wohl derselbe Johannes Hartert,
der mit seiner Frau Katharina folgende Kinder hat:
(1)
Wilhelm (1603-1677), gräflich solmsischer Schultheiß und
Gerichtsschöffe zu Kröffelbach, einem Nachbarort Griedelbachs, mit
den Kindern (a) Anna Elisabeth
(*1620), (b) Johannes
(*1622)
und (c) Johann Wilhelm
(*1624),
(3)
Hartard (1607-1678) mit dem Sohn Johannes (*1633),
Noch
unverbunden neben diesem Stamm finden sich in Griedelbach: Wilhelm
Hardert (gen. als Taufpate 1621) und sein Bruder Johann Georg (gen. als Taufpate in Griedelbach 1620, in Oberquembach
seit 1626, mit den Söhnen Wilhelm,
*1621, und Johannes,
*1625); in Niederwetz, nördlich von Griedelbach: Christoph
Hartert (gen. als Taufpate 1709) und Johann
Wilhelm Hartert (als Schultheiß des nassauischen Teils von
Niederwetz, mit einer 1706 in Oberwetz verheirateten Tochter Anna Barbara).
Die
Papiermacher aus Brandoberndorf,
später in Oberstedten
In
Brandoberndorf, dem südlichen Nachbarort Griedelbachs, erscheint
die Familie erstmals mit einem Nikolaus
Hartert, dessen Sohn
- Johann
Heinrich sich dort im Jahr 1667 mit Anna Ursula Scheid
verheiratet. Etwa zur selben Zeit findet man einen
- Heinrich
Hartert mit den Kindern
(1)
Anna
Elisabeth (1672-1704) und
(2)
Johann
Bernhard (gen. als Taufpate 1698), einen
- Bernhard
Hartert (mit einer 1708 als Taufpatin genannten Frau Anna
Margaretha) sowie einen
- Johannes (I.) Hartert (*um 1650) –
alles möglicherweise weitere Söhne des Nikolaus. Dieser
letztgenannte Johannes (verh. 1. mit Anna Elisabeth Sutor, 2. mit
Maria Hoffmann) zieht um 1690 mit Frau und Kindern von
Brandoberndorf nach Köppern (bei Okarben) und kauft dort die seit
dem 30jährigen Krieg verfallene Hüttenmühle (genannt Waldmühle),
um sie als Papiermühle neu zu errichten. 1703 veräußert er das
Anwesen und geht mit seiner Familie nach Oberstedten (bei Bad
Homburg), wo er erneut eine Papiermühle erwirbt: die Hardertsmühle
(s.u.),
die später als Hotel und Ausflugslokal betrieben wurde. Sein Tod fällt
in das Jahr 1707. Von seinen Kindern aus zweiter Ehe setzten diesen
Ast fort:
(1)
Johannes II. Hardert (1678-1748, Lumpensammler auf der
Oberstedtener Papiermühle, verh. mit Anna Margaretha Hector) mit
einem Sohn Johann Martin (*1727);
(2)
Johann Eberhard Hardert (*1680, Papiermacher in Köppern,
verh. mit Anna Catharina Düringer) mit den Söhnen (a) Johann Conrad
(*1705), (b) Joseph (1706-1764, Lumpensammler in Oberstedten,
verh. mit Catharina Schneider) und (c) Johannes (*1709); und
(3)
Johann Philipp I. Hardert (1686-1758, Müller in Köppern und
Oberstedten, verh. mit Anna Elisabetha Dott); von dessen Söhnen (a)
Johann Peter (1719-1750) und (b) Johann
Michael (1716-1768, Papiermacher zu Oberstedten, verh. 1. mit
Anna Catharina Braun, 2. mit Anna Catharina Völcker, 3. mit Ursula
Elisabetha Fischer) setzte
Johann Michael die Linie fort: mit dem Sohn aus erster Ehe, (I) Johann
Peter (*1738, Papiermüller zu Oberstedten, verh. mit Anna
Elisabetha Deissler), und dessen Sohn Philipp Wilhelm (*1765);
sowie den Söhnen aus zweiter Ehe (II) Johann Christoph (*1756),
(III) Johann
Friederich (*1758) und (IV) Philipp Wilhelm (*1751,
Papiermüller und 1792 Papiermachermeister zu Oberstedten, verh. mit
Anna Justina Eich), von denen Philipp Wilhelm Nachkommen hatte:
nämlich die Söhne (A) Johann Friedrich (*1791, gefallen im
November 1812 in der Schlacht von Beresina) und (B) Christian Wilhelm
(1784-1853, Papiermacher, verh. 1. mit Anna Christina Schmidt, 2.
mit Christina Magdalena Irmentraut).
Von letzterem stammen: aus zweiter Ehe der Sohn (1) Johann
Philipp II. (*1822, Mühlarzt, verh. mit Maria Agnes Hachmuth)
und dessen Sohn Johann Philipp III. (*1851), aus erster Ehe
der Sohn (2) Johann Stephan (1808-1894, Landwirt und
Pappfabrikant zu Oberstedten, verh. mit Sophia Ernestina Christiana
Heck) mit den Söhnen (a) Friedrich Jakob (1843-1919,
Landwirt, Müller und Kutscher, verh. mit Christina Justina
Kleemann), der eine Tochter hinterließ; (b) Heinrich Karl
(1848-1933), dem letzten Pappdeckelfabrikanten und Gastwirt seines
Namens auf der Hardertsmühle zu Oberstedten (s.u.), der mit seiner Frau
Marie Margaretha Völl vier Töchter hatte (Margartehe, Sophie
Ernestine und Elisabeth sowie die noch als Kind verstorbene Dina); schließlich
(c) Stephan
Friedrich (1839-1911, Wirt zu Oberstedten, verh. 1. mit
Christina Raab, 2. mit Magdalena Biqué), dessen Söhne beide in die
USA auswanderten:
(I) Friedrich Jakob (1903-1929, verh. mit
Frieda Louisa Daut) zog nach Ohio, wo er die Familie mit den Kindern
(A) James Leonhard, (B) Robert Fredrich und (C) Ruth Ann
fortsetzte;
(II) Friedrich Ludwig (1860-1933, verh. mit
Caroline Atzel) ließ sich ebenfalls in Ohio nieder, in Cincinnati,
wo er neben einer Tochter (A) Katherine (1898-1988, verh. mit Dr.
William Charles Heinz) fünf Söhne hatte: (B) Fred I.
(1883-1961), verh. mit Lillian Miller, mit dem Sohn Fred II.,
verh. mit Elsie Weber, und den Enkeln Kenneth, verh. mit
Miltred VanDarmark, und Norman, verh. mit Shirley Chriest; (C)
Albert I. (1885-1960), verh. mit Lena Frey, mit dem Sohn Albert
II., verh. mit Estelle Bernhard, und dem Enkel Ronald A.,
emerit. Soziologieprofessor, Arizona, verh. mit Linda Blalock; (D)
Edward Louis (1887-1982), verh. mit Marie Rumpke, mit dem Sohn Edward,
verh. mit Artie Marie Burton; (E) Wilhelm (1895-1986),
verh. mit Estelle Boehner, mit dem Sohn William, verh. mit
Lucy Jenkins, und den Enkeln William, Michael und Denise;
sowie (F) Walter Albert (1903-1977), verh. mit Audrey
Landmeier, mit dem Sohn Jack Walter, verh. mit Faye
Underwood, und den Enkeln Scott Walter und Michael,
verh. mit Trudy Wunnenberg.
Die Stammliste der
Brandoberndorfer und Oberstedtener Hardert folgt weitgehend den von
Karl Georg Müller zusammengestellten Daten, die online
abrufbar sind.
 
Heinrich
Karl Hardert (1923)
Heinrich Karl Hardert:
Der „Baron“
Über Heinrich Karl Hardert, das
letzte Familienmitglied auf der Hardertsmühle, berichtet ein
Zeitzeuge (freundliche Zusendung durch Christa Lohs, München, deren
Vater - auf der Photographie rechts im Kleidchen mit seiner
Stiefschwester Margot, genannt Sissi - als Kind mit Heinrich Karl
Hardert im selben Haus zusammenlebte):
„Wir
wohnten bei meinen Großeltern in der Metzgerei, mit im Haus lebte
ein Heinrich Hardert, von allen nur Onkel genannt. Einst war er
Besitzer der Hardertsmühle, ein bekanntes Ausflugslokal bei
Oberstedten am Fuße des Taunus, zu dem auch eine Papiermühle
gehörte. In dieser Zeit fuhr er wöchentlich einmal nach Frankfurt
mit seiner Ware und war dadurch fast im ganzen vorderen Taunus
bekannt, nicht zuletzt durch sine imposante Erscheinung. Er war sehr
groß und immer adrett gekleidet auf englische Art. Er wurde auch „der
Baron“
genannt, und das kam so: Vor dem ersten Weltkrieg unternahm der
damalige Landrat des Obertaunuskreises, ein Baron - den Namen weiß
ich nicht mehr -, eine Sternfahrt von Bad Homburg nach Prag.
Heinrich Hardert, wahrscheinlich wegen seiner exzellenten Kenntnisse
über Pferde, wurde gebeten mitzufahren. Bei der Ankunft in Prag
wurde er - wahrscheinlich durch seine Ausstrahlung und sein
Auftreten - als Baron begrüßt, bis man es richtigstellte, wer der
Baron war (der Baron selbst war klein und dick). Von dieser Zeit an
war er aber der „Baron“.
Ich kann mich noch dunkel daran
erinnern, dass wir ein Pferd, aber auch eine Kutsche hatten und auch
des öfteren damit sonntags ausgefahren wurde. Die Kutsche besaß
ein tolles Halbverdeck und stammte aus dem Kaiserlichen Marstall in
Homburg. Sie wurde in den 30er-Jahren an einen Graf Matuschka-Greiffenclau
auf Schloss Vollrads im Rheingau für dessen Mutter verkauft (...).
Die Kutschen-Uhr ist heute im Besitz meines Sohnes Bernd (...). Für
Onkel war ich der Bub. Ich konnte kaum richtig laufen, so nahm er
mich überall mit hin, ob nach Niederursel, Oberstedten oder sonst
wo. Überall hatte er Bekannte und war er ein gerngesehener Gast.
In seiner Zeit auf der Mühle muss
er auch auf die Jagd gegangen sein. Es bestand nämlich auch eine
Verbindung zu Mouson Kosmetik, Frankfurt/Main, von dem er einen
Sekretär hatte. Dieser ist nun im Besitz meines Sohnes Hans.
Wenn möglich, erfüllte er mir
jeden Wunsch. So bekam ich von ihm sehr früh Schlittschuhe, und er
ging auch mit mir im Winter zum Eisweiher. Das tollste Ritual aber
war am Morgen. So etwa um 8 Uhr ging ich in sein Zimmer und
wünschte einen „guten
Morgen“.
Auf dem Nachttisch lag dann immer ein Zehner für mich. Als ich in
die Schule kam, reichte manchmal die Zeit zum „guten
Morgen“-Gruß
nicht aus. Er schimpfte dann den ganzen Morgen, dass ich etwas gegen
ihn hätte und ich bekäme nichts mehr von ihm. Kam ich aus der
Schule, sagte ihm „guten
Morgen“
und entschuldigte mich, bekam ich dann zwei Zehner. Er starb in den
30er-Jahren im Alter von 82 Jahren. Mir aber blieb er immer in
Erinnerung.“
 
Die
Hardertsmühle bei Oberstedten im Taunus, vor 1900: Heinrich Karl
Hardert mit Frau Margarethe, geb. Völl, und Tochter Margarethe
(*1872)
Die Hardertsmühle
Der Taunusbote schreibt 1951
über die Hardertsmühle, die damals noch als Ausflugslokal bekannt
war:
„Stolz
kann die Hardertsmühle auf eine alte Tradition zurückblicken. Das
Jahr ihrer Entstehung läßt sich nicht mehr genau ermitteln, doch
mag sich ihr Rad schon im 17. Jahrhundert gedreht haben.
Ursprünglich lediglich auf den Mahlbetrieb eingestellt, begannen
ihre Besitzer 1732 mit der Pappeerzeugung. 1887 vernichtete ein
Großfeuer das gesamte Anwesen mit Ausnahme der Scheune, die noch
heute erhalten ist. Bei dem Wiederaufbau durch Herrn Heinrich
Hardert wurde der Dornbach in Rohre gefaßt und die Wasserkraft so
wesentlich gesteigert. Das neue Mühlrad wurde schmäler geformt,
erhielt aber mit rund 11 Metern einen Durchmesser, der es zum
größten von Süddeutschland machte. Mit beachtlicher Gewalt schoß
das Wasser in den Rohren acht Meter empor und trieb das in
gesondertem Anbau untergebrachte Rad oberschächtig an. Die ersten
Tannen, die heute die Gartenwirtschaft umsäumen, pflanzte Herr
Hardert ebenfalls zu dieser Zeit, während der alte Nußbaum, der
manchem Ortsansässigen noch gut in Erinnerung sein mag, damals
schon grünte und Früchte trug. Dem von Jahr zu Jahr anwachsenden
Verkehr mußte er jedoch weichen. 1894 [nach anderen Quellen 1892]
nahm die Hardertsmühle mit dem Ausschank von Apfelwein den
Charakter eines Gasthauses an[,] und damit begann für sie eine neue
Zeitepoche, die ihrem Namen mit den Jahren zu seinem heutigen guten
Klang verhalf.“
Im Oktober 1901 verkaufte Heinrich
Hardert das Anwesen an Jean und Margarethe Pflug, die den
Gastbetrieb fortführten und die Wirtschaft erweiterten. Die
Pappdeckelproduktion hielt sich bis ins Jahr 1940, als ein schwerer
Frost die gesamte Mühleinrichtung zerstörte; das Mühlrad wurde
erst 1953 abgebrochen. Karl und Else Braun, die Mühle und Gasthaus
1925 übernommen und bald darauf nochmals vergrößert hatten,
betrieben in der Hardertsmühle seit 1965 neben dem Restaurant auch
ein kleines Hotel; zu Beginn der 1990er-Jahre wurde beides
altersbedingt aufgegeben und die Hardertsmühle zu einem reinen
Wohngebäude umgewandelt.
Weitere Materialien zur
Hardertsmühle sowie zur Familie Heinrich Karl Harderts finden sich
auf der privaten Homepage
von Michael Engelbach.

Die
Hardertsmühle 1974
Die Hartert in
Nassau
Ebenfalls dem hessischen Raum nördlich von
Frankfurt benachbart liegt der Ursprung der evangelischen
Beamtenfamilie Hartert
in Nassau. Ihr Stammvater Friedrich Harttart, Schultheiß
zu Ebersbach (heute Ewersbach, bei Dillenburg), wird um das Jahr 1500 geboren
(†1568).
„Er
baut in Ebersbach ein großes Wohnhaus ‚oben an
der Straße‘, gegen Siegen zu, das seine Erben (...) dem Landesherrn
Grafen Johann dem Älteren für 208 Rader Gulden verkauften. Es diente
bis etwa 1850, wo es abbrannte, als Amtshaus.
(...) Ein zweites auf eigener Hofstatt erbautes Haus besaß er ‚in
Dillenburg auf der Hütte‘
(...).“ (Hartert
S. 183f.). Friedrichs Sohn Hartmann (gen. 1571, 1578,
1588) ist Gerichtsknecht zu Ebersbach, während der zweite Sohn, Wilhelm Hartardt (Hartordt, 1530-1575),
zwischen 1568 und 1575
als Nachfolger seines Vaters Ebersbacher Schultheiß ist. Aus seiner
Ehe mit Juliane Theiß (1553-1623), der Tochter des Herborner
Schultheißen Andreas Theiß, geht eine Tochter Anna Maria (etwa
1574-1643) hervor, die sich nacheinander mit dem nassauischen
Rentmeister zu Herborn, Albert Hankrodt, und dem nassauischen Geheimen
Rat und gräflichen Sekretär Henrich Petri verheiratet; ein Sohn
Wilhelms ist Andreas Hartardt (Hartert, 1570-1630), der nach
einem Rechtsstudium an der Hohen Schule zu Herborn 1599 Stadt- und
Landschreiber zu Hadamar und Ellar wird und von 1600 bis 1630 als
Landschreiber der Grafschaft Diez amtiert. Er heiratet 1592 in
Dillenburg Juliane Wilhelmine Zepper, die Tochter des Herborner
Professors und Oberpredigers Wilhelm Zepper; seine Grabtafel befindet
sich in der Stadtkirche zu Herborn. Zu einem 1592 am Marburger
Paedagogium erwähnten Wigand Hartard s.o.
bei den Hartart aus Eschbach.
Von den drei Söhnen des Andreas wird
- Gottfried
Hartert (†1662) als Nachfolger seines Vaters Landschreiber in
Diez,
- Johann Carl Hartert (†1659)
ebendort Rentmeister; seine Nachkommen erlöschen in männlicher
Linie im Jahr 1730 mit dem Tod des Hahnstättener Pfarrers Johann
Wilhelm
Hartert. Der Name Hartert
verschwindet damit in Nassau.
Der dritte, jüngste Sohn des Andreas,
-
Anton Hartert (1607-1659),
„geht, wohl weil die Brüder die erstrebenswerten Posten in der
Grafschaft Diez inne hatten, außer Landes nach dem landgräflichen
Hessen“, wo er in Grebenstein bei Kassel Rentmeister wird.
„Für sein
Fortkommen dürfte es nicht ohne Bedeutung gewesen sein, daß er die
Kammerzofe der Landgräfin, der Regentin, heiratet“
(Hartert S. 180.). Sein Sohn Franz
(1643-1694) wird Bürgermeister zu Grebenstein, dessen Sohn Johann Franz (1668-1734)
Metropolitan zu Sontra, dessen Sohn Dietrich
Philipp (1699-1774) schließlich Rentmeister zu Hersfeld.
Der
deutsch-britische Ornithologe Ernst Hartert (1859-1933 | s.u.)
stammt als Ur-Ur-Ur-Enkel Dietrich Philipps aus dieser noch bestehenden Familie, die in den Harter zu
Dauborn bei Hahnstätten sehr wahrscheinlich einen weiteren Ast
besitzt. Johann Harttart, 1591-1626 als Nachfolger seines
Vetters Kuno von Dehrn Landschreiber und Kirchenpfleger zu Dierdorf
im Westerwald, ein
im 16. Jahrhundert im Kloster Marienstatt im Westerwald
nachgewiesener Mönch Ludwig Harttertt sowie der 1600 in Camberg
(westlich von Usingen, nahe Hahnstätten) genannte Hermann Harttert
gehören möglicherweise
auch dieser Linie an.
Eduard Hartert: Hartert. In: Deutsches
Geschlechterbuch Bd. 121, S. 178-220
 
Ernst
Hartert (1859-1933)
Der Ornithologe Ernst Hartert
Ernst Johann Otto Hartert wurde am 29. Oktober 1859 in
Hamburg als Sohn des königlich preußischen Generalmajors Johann
Karl Peter Hartert (1828-1915) und der Elisabeth, geb. Paysen
geboren; von seinen Onkeln war Heinrich Hermann Otto Karl Hartert
(*1832) österreichischer Offizier, dann in türkischen Diensten in
Istanbul, Franz Karl Hartert (1835-1877) Pfarrer und später
Schuldirektor in Homberg an der Ohm. Sein Großvater, Franz Ernst
Hartert (1799-1868), war Amtsrichter zu Schlüchtern gewesen und
stammte über den Vater Theodor Maximilian (1767-1814) und den
Großvater Johann Franz (1731-1807, Amtmann zu Hersfeld) aus der
Linie des Hersfelder Rentmeisters Dietrich Philipp (1699-1774,
s.o.).
Ernst Hartert war von 1892 bis 1930 Direktor des Walter
Rothschild Zoological Museum in Tring (England) beschäftigt (heute Natural
History Museum at Tring).
Im Auftrag von Lord Rothschild unternahm er Reisen nach Indien, Afrika
und Südamerika. Die Universität Marburg verlieh ihm 1904 die
Ehrendoktorwürde. 1930 kehrte Hartert nach Berlin zurück, wo er am 11.
November 1933 starb. Noch wenige Wochen vor seinem Tod war er zum
Ehrenpräsidenten der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft ernannt
worden. Eine jahrzehntelange Freundschaft verband ihn - trotz der
unterschiedlichen Artbegriffe beider - mit dem Tiersystematiker Otto
Kleinschmidt.
Mit Lionel Walter Rothschild gab Ernst Hartert das
Museumsmagazin Novitates Zoologicae heraus, das zwischen 1894 und
1939 erschien. Neben zahlreichen Artikeln in dieser Zeitschrift veröffentlichte
er u.a.: Aus den Wanderjahren eines Naturforschers. Reisen und
Forschungen in Afrika, Asien und Amerika, nebst daran anknüpfenden,
meist ornithologischen Studien (1902) und Die Vögel der paläarktischen
Fauna (1903–1922).
Mit Francis Charles Robert Jourdain, Norman Frederic
Ticehurst (1873–1960) und Henry Witherby (1873–1943) schrieb er das
Werk List of British Birds (1912); beteiligt war er außerdem an
folgenden Büchern: Katalog der Vogelsammlung im Museum der
Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft in Frankfurt am Main
(1891), Podargidae, Caprimulgidae und Macropterygidae (1897), Das
Tierreich (1897), Trochilidae (1900), Über die
Pipriden-Gattung Masius Bp. (1903), Die Vögel Europas
(1920).
Ernst Hartert beschrieb über 1000 Vogelarten neu;
zahlreiche Vogelarten wurden durch ihn erstmals wissenschaftlich
beschrieben, darunter der Borstenrabe (Corvus rhipidurus), die
Amamiwaldschnepfe (Scolopax mira), der Bergbussard (Buteo oreophilus)
und die Riesensalangane (Hydrochous gigas). Die Hartertelfe (Acestrura
harterti), das Hartertfroschmaul (Batrachostomus harterti) und das
Peru-Buntschwänzchen (Phlogophilus harterti) sind nach ihm benannt.
Ernst Hartert war seit 1891 mit Claudia Endris verheiratet,
die ihn überlebte; das einzige Kind aus dieser Ehe, der Sohn Joachim
Karl (*1893), fiel 1916 als englischer Soldat an der Somme.
Bo
Beolens/Michael Watkins: Whose Bird? Common Bird Names and the
People They Commemorate. New Haven/London 2003 Hans
Kelm: Otto Kleinschmidt und Ernst Hartert. Aus ihrem
Briefwechsel 1895-1932. In: Journ. Orn. Bd. 101, 1960, S.
404-471 Herbert
Ringleben: Ernst Hartert – Eine Erinnerung. In: Journ. Orn.
Bd. 125, 1984, S. 81-88 (mit weiteren Literaturangaben) Erwin
Stresemann: Festschrift Ernst Hartert zum siebzigsten
Geburtstage gewidmet, 1929

Der
Artikel zur Familiengeschichte als PDF-Dokument:


Familien Hartrad im Mittelalter: Stammtafel I  Familien
Hartart in der frühen Neuzeit: Stammtafel II 
 Quelle zum Download: Johann Carl von Fichard genannt Baur von
Eyseneck: Hartrad.
In: Geschlechtergeschichte der Stadt Frankfurt am Main, Ms. um 1810,
fasc. 124, Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main

Literatur und Quellen (Auswahl):
Dietrich Andernacht/Otto Stamm (Bearb.): Die Bürgerbücher
der Reichsstadt Frankfurt 1311-1400 und das Einwohnerverzeichnis von
1387. Frankfurt am Main 1955 Dietrich Andernacht/Erna Berger
(Bearb.):
Die Bürgerbücher der Reichsstadt Frankfurt 1401-1470. Frankfurt am
Main 1978 Carl Barnas: Bürgerwappen in Friedberg. In: Friedberger
Geschichtsblätter Bd. 9. Friedberg 1931, bes. S. 38 Ludwig
Clemm: Beiträge zur Butzbacher Sippenkunde des 14. bis 16.
Jahrhunderts. In: Mitteilungen der Hessischen
Familiengeschichtlichen Vereinigung 5, S. 230-272 Eckhart
G. Franz (Bearb.): Kloster Haina. Regesten und Urkunden. Bd. 2/2, Marburg 1998, Anh. II, Bl. 17 und 17v M. Foltz (Bearb):
Urkundenbuch der Stadt Friedberg. Bd. 1, Marburg 1904 Hellmuth
Gensicke: Zur Geschichte des nassauischen Adels. Die vom Hof und im
Hof von Dehrn und Limburg. In: Nassauische Annalen, Bd. 71,
Wiesbaden 1960, S. 185-188, bes. Anm. 80 Gerhard
Geßner (Hg.): Deutsches Familienarchiv 25. Neustadt an der
Aisch 1964, S. 40 Franz
Gundlach (Bearb.): Das Casseler Bürgerbuch (=Zeitschrift des
Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Neue Folge, XI.
Supplement). Kassel 1895, S. 81 Eduard Hartert: Hartert. In: Deutsches
Geschlechterbuch Bd. 121, S. 178-220 C.-D.
Herzfeldt: Historisches Familienbuch Petterweil 1649-1875.
Karben-Petterweil 2001 Hermann
Knodt: Rhein-Mainisches Wappenbuch. Bd. 1: Hessisches
Wappenbuch, 1. Teil, Görlitz 1943, Sp. 71 und Taf. 30 Hermann
Knodt: Wappen blühender Geschlechter des Landes Hessen. In:
Hessische Familienkunde Bd. 2/H. 6/7, Frankfurt am Main 1953, bes.
Sp. 257ff. Matrikeln der Universitäten Jena, Leipzig und
Marburg Hanno
Müller (Bearb.): Familienbuch Butzbach. Bd. 1, Butzbach 2003 Herbert
Ringleben: Ernst Hartert – Eine Erinnerung. In: Journ. Orn.
Bd. 125, 1984, S. 81-88 Georg
Schmidt: Der Wetterauer Grafenverein. Marburg 1989, bes. S. 60 H.
Steitz: Die Petterweiler Türkensteuer von 1593 und 1594,
Friedberger Geschichtsblätter
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